Warum und Wie?
Leider mussten wir unseren Garten dieses Jahr aufgeben. Als Hobbygärtner musste ein Ausgleich her, der aber nicht allzu viel Zeit in Anspruch nimmt. Da kommt das teils etwas langwierige Ziehen von Chilis ganz recht (mir zumindest - Michelle ist da anderer Meinung ;-) ). Und da Michelles Opa froh ist, wenn er in seinem Garten jamenden hat der ebenfalls etwas anbaut brauche ich mir um Platz für meine Pflanzen auch keine Sorgen zu machen.
Zudem esse ich sehr gerne scharf und das Kreieren neuer Soßen macht mir ebenfalls einen Heidenspaß!
Wie?
Ich möchte an dieser Stelle beschreiben wie ich versuche mit möglichst einfachen Mitteln die verschiedenen Sorten zu ziehen. Dies soll keinesfalls eine pauschale Anleitung sein, wenngleich Angaben zur nötigen Keimtemperatur, etc. natürlich generell gelten.Keimen:
Es gibt Leute die schwören auf Torfanzuchttöpfe oder noch "verrücktere" Ideen. Da ich versuche die ganze Angelegenheit so einfach wie möglich anzugehen, habe ich ganz normale Blumenerde verwendet. Diese habe ich allerdings vor der Aussaht erhitzt um mögliche Bakterien, etc. abzutöten.Jungpflanzen:
Getrocknete Samen kommen bei mir einen Tag vor der Aussaht in ein Kamilletee - Bad zum vorquellen. Hier ist darauf zu achten, dass der Tee nicht mehr zu heiß ist (um die 30 Grad wäre perfekt). Das Vorquellen soll später den Keimprozess beschleunigen. Kamille wirkt desinfizierend und wirkt eventuellem Pilzbefall der Sämlinge vor.
Samen die direkt aus Früchten entnommen und sofort gesäht werden sollen müssen nicht vorquellen.
Als Behälter zur Aussaht verwende ich kleine Anzuchtbehälter oder Joghurtbecher mit 5 bis 10 Samen pro Behälter. Wichtig ist, dass unten Löcher zum Abfließen des überschüssigen Wassers vorgesehen sind.
Bei der Aussaht fülle ich die Behälter mit Blumenerde und drücke diese fest an. Anschließend werden die Samen darauf gelegt und mit einer 3 bis 5 mm dicken Schicht Erde bedeckt die ebenfalls fest angedrückt wird. Wird die Erde zu locker auf die Samen gegeben, löst sich ggf. später die Samenhülle nicht von den Keimblättern.
Ich stelle diese Töpfe dann in Wasser bis sie sich vollgesaugt haben und anschließend in trockene Übertöpfe. "Gegossen" wird bis zum Keimen nur spärlich mit einem Zerstäuber. Zu feuchte Erde (und auch zu hohe Temperaturen) hat bei mir eine mehrwöchige Verzögerung bewirkt.
Solange noch kein Samen aufgegangen ist, stehen die Töpfe auf unserer Wohnzimmerheizung in Plastikschalen und wiederum auf Holzbrettchen. Die Temperatur sollte konstant um die 28° betragen. Deutlich höhere oder niedrigere Temperaturen verzögern das Keimen teilweise um Wochen oder das Keimen bleibt ganz aus.
Die Keimdauer sollte zwischen einer und einigen Wochen betragen. Ich habe hier aber noch kaum Erfahrungen.
Gekeimte Pflanzen müssen sofort an einer hellen Stelle stehen, sonst spargeln die Pflanzen auf der Suche nach Licht (= lang und dünn) und knicken womöglich noch ab.
Wenn sich das zweite Blattpaar gebildet hat, nicht früher, kann mit dem Pikieren begonnen werden. Die Pflänzchen werden dann in jeweils eigene Töpfe gepflanzt und müssen warm ( > 15°, bis zu 30°) stehen. Je wärmer desto schneller wachsen sie.Anzuchtbox:
Ich verwende für die jungen Pflänzchen eine selbstgebastelte Anzuchtbox.
Ich habe eine große Pappschachtel zerlegt und innen mit Alufolie ausgekleidet. Die Teile der Schachtel die oben als Deckel umgeklappt werden habe ich abgeschnitten und einen Deckel daraus gebastelt der oben darauf gesteckt und wieder abgenommen werden kann. Die Kiste ist komplett mit Luftpolsterfolie ummantelt die für etwas Isolierung sorgt. Aus Platzgründen steht die Kiste im Keller der im Winter max. 10° Warm ist.
Die Maße der Konstruktion betragen 90cm lang x 60cm breit x 60cmhoch.
Im Deckel hängen zwei Energiespaarlampen mit Tageslichtspektrum á 15W die jeweils eine mit einer 75W Glühbirne vergleichbare Leuchtleistung haben. Diese laufen mit einer Zeitschaltuhr 16 Stunden am Tag. Zudem hängt im Deckel noch eine 25W Birne die durchgehend läuft und für eine Mindesttemperatur von 18° sorgt. Mit eingeschalteten Tageslichtlampen steigt die Temperatur auf bis zu 24°.
Ich hoffe die Anzuchtbox bietet genügent Platz bis die Tage wieder lang genug sind, dass die Pflanzen am Fenster genügend Tageslicht bekommen.



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